Weidewonne-Crowdfunding testet neue Wege der Unterstützung für Thüringer Schäfereien

87

Vom 6. Oktober bis 19. November 2021 sucht das Projekt Weidewonne über die Crowdfunding-Plattform Ecocrowd unter dem Titel „Weidewonne-PatenSCHAFt“ nach Patinnen und Paten. Mit der Aktion sollen verschiedene Patenschaftsmodelle erprobt werden.

Ziel der Patenschaftsidee ist es, abseits der reinen Fleischvermarktung Wege zu finden, um heimische Schäfereibetriebe, die in der Landschaftspflege und damit für den Naturschutz aktiv sind, finanziell zu stärken. Je nach Unterstützungsbetrag stehen unterschiedliche Programme zur Auswahl: von der klassischen Schaf-Patenschaft über die Patenschaft für eine kleine Fläche Grünland bis hin zur Unternehmens-Patenschaft für eine ganze Weidewonne-Herde.

Weidewonne-Jungschäferin Rosalie Albrecht benötigt Unterstützung für ihren Start.
Foto: © Constanze Schindler

Die Patenschaftsidee setzt bei zusätzlichen Ausgaben jenseits der konkreten Unterhaltskosten für die Tiere an, die von den Patinnen und Paten mitgetragen werden sollen. Aktuell decken die Einnahmen aus dem Fleischverkauf sowie aus Naturschutz-Förderprogrammen für die erbrachte Leistung in der Landschaftspflege gerade einmal die Betriebskosten der Mutterschafhaltung. Schäferinnen und Schäfer erzielen Stundenlöhne, die oftmals unter dem Mindestlohn liegen. Für zusätzliche Ausgaben, z. B. notwendige Investitionen in den Erhalt der Ställe oder die Anschaffung von arbeitserleichternden Maschinen, fehlen den Schäfereien häufig die Mittel.

Hintergrund Weidewonne

Aufgrund struktureller Veränderungen in der Landwirtschaft sowie sinkender Nachfrage nach Lammfleisch und Wolle kämpfen viele heimische Schäfereibetriebe um ihr Überleben. Die Zahl des Schafbestands in Thüringen hat sich seit der Wende mehr als halbiert. Die Beweidung mit Schafen ist aber für den Erhalt typischer Wiesen und Steppenrasen unserer Kulturlandschaft und damit wertvoller Naturschutzflächen essenziell. Ohne diese Pflege wachsen sie zu und der Lebensraum für seltene lichtbedürftige Tier- und Pflanzenarten, wie Wildbienen oder Frühlings-Adonisröschen, verschwindet. Um Thüringer Schäferinnen und Schäfer bei der Vermarktung ihrer Produkte sowie in Fragen der Landschaftspflege umfänglich zu unterstützen, wurde vom Thüringer Umweltministerium die Marke Weidewonne entwickelt. Das gleichnamige Projekt wird von der Naturstiftung David betreut und von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt sowie dem Freistaat Thüringen gefördert.

Hier gehts zur Crowdfunding-Kampagne: www.ecocrowd.de/projekte/weidewonne-patenschaft